Czernin

Dürre Beweise

Manfred Rebhandl

 „Jedenfalls hat er mir neulich erzählt, dass seine dreizehnjährige Nichte verschwunden ist, weiß der Teufel wohin, aber sie ist seit ein paar Tagen einfach nicht mehr nach Hause gekommen. Normalerweise hör ich ja nicht so genau hin, wenn diese kranken Spinner mich volllabern mit dem ganzen Scheiß, der ihnen ihr Leben zerstört hat, aber in diesem speziellen Fall klingelte es bei mir und ich dachte: Das wäre doch vielleicht ein schöner Job für meinen Freund Rock, wo doch die Zeiten so hart sind, dass wir alle in der Seele krank werden, wobei ich sagen muss, dass die Zeiten für die Griechen vielleicht noch ein wenig härter sind als für mich zum Beispiel, aber die kennen dafür keinen Winter, also was sagst du?“

Ich sagte: „Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut.“

Dann lachten wir beide, bis uns der Bauch wehtat, und dann wollte ich schnell wieder die Schlafmütze aufsetzen, denn was sein Jobangebot betraf, musste ich ihm leider sagen: Es war gut gemeint, aber nicht gut genug.

So kurz vor Weihnachten wollte ich um keinen Preis einen Job, ich war nämlich ein überzeugter Freund der Winterarbeitslosigkeit, darum blieb ich ja lieber zuhause in meiner kleinen Welt, wenn es sich nur irgendwie einrichten ließ, und mied alles, was sich auch nur im Entferntesten nach Arbeit anhörte oder noch schlimmer: nach Problemen. Und in diesem Fall brauchte ich nicht einmal meine ganze Lebens- und Berufserfahrung in Dirty Willi’s Swedish Pornhouse, um mir in den buntesten Farben auszumalen, was ein angeschlagener Tabeldancebar-Besitzer für Probleme in meinem Leben anrichten konnte, sobald ich mich dazu hinreißen ließ, seine Nichte zu suchen. 

Aber leider siegte dann mein insgesamt großes Interesse an der Gestörtheit meiner Mitmenschen über meine überwältigende Schläfrigkeit, und ich fragte, was denn genau mit diesem Idioten Ronnie nicht stimmte, und Ku sagte: „Die Kurzversion lautet wie immer: schwierige Kindheit.“

„Und die lange?“

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Im Schatten der Mozartkugel

Susanne Rolinek, Gerald Lehner und Christian Strasser

Im Schatten der Mozartkugel

Standardwerk und Bestseller. Rechtzeitig vor Weihnachten wieder im Buchhandel erhältlich und uneingeschränkt lieferbar! Der Reiseführer durch die braune Topografie von Salzburg.

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B. Coudenhove-Kalergi, O. Rathkolb (Hg.)

B. Coudenhove-Kalergi, O. Rathkolb (Hg.)

„Seit Jahrhunderten hatten Tschechen und Deutsche in einem Land zusammengelebt - eine Symbiose, die durch die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg beendet wurde. Wie kam es dazu? Was ging der Vertreibung voran? Wie sind die Ereignisse von Tschechen und Deutschen erlebt und reflektiert worden?

Dass es über ein und dieselbe Sache mindestens zwei verschiedene Narrative gibt, muss man wissen, bevor man über Verständigung und Kompromiss reden kann. Dieses Buch ist ein erster Schritt dazu.“ Barbara Coudenhove-Kalergi

Jetzt als e-Book wieder lieferbar! 

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„Intuitiv, explorativ und interaktiv“

Die Wiener Wirtschaftsagentur Departure fördert gemeinsames Projekt von Ovos Media und dem Czernin Verlag.

„Intuitiv, explorativ und interaktiv“

Wir freuen uns über einen positiven Förderentscheid von Departure zu dem gemeinsam mit Ovos entwickelten und eingereichten Projekt: "Intuitiv, explorativ und interaktiv". Im Zuge des Projektes haben wir die Möglichkeit unsere Vision für das "Sachbuch des 21. Jahrhunderts" zu realisieren:

Die Gehirnforschung zeigt, dass Lernen nicht linear funktioniert. Ideal ist es, Lernende über viele Kanäle anzusprechen, über Bilder, Videos, Audioaufnahmen. Lesen ist ein interaktives Abenteuer.

Diese neue Nische der „Gamified E-Books“ zeigt, welches Potenzial die Digitalisierung von Büchern hat. Unsere Zusammenarbeit setzt hier an: ovos kann bereits erfolgreiche Projekte im Bereich der Wissensvermittlung, Gamification und Serious Games vorweisen und wird die entsprechende Technologie entwickeln. Wir hingegen haben das, was die Technologie zum Leben erweckt: Inhalte, die spannend und interessant aufbereitet werden können. Ziel ist es, ein Framework zu bauen, das Inhalte übersetzt: non-linear und als Netzwerk strukturiert. Das Framework wird anhand ausgewählter Projekte entwickelt, es soll aber auch für alle interessierten Verlage und Autoren nutzbar sein.

 

Nadine Kegele erhält Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbes

Nadine Kegele erhält Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbes

Nadine Kegele wurde für ihren beim Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis vorgetragenen Romanauszug »Scherben schlucken« mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Im Mittelpunkt des bei den 37. Tagen der deutschsprachigen Literatur vorgetragenen Textes steht eine scheiternde Beziehung. 

Zum Text

Wir freuen uns sehr mit unserer Autorin Nadine Kegele, die vom Juryvorsitzenden Burkhard Spinnen zum Wettlesen eingeladen worden war. Der Romanauszug löste eine kontroverse literarische Diskussion aus, Daniela Strigl und Burkhard Spinnen setzten sich für den Text ein. Die Figur und deren Haltung, so Spinnen, würden sehr konsequent und adäquat umgesetzt. 

Im Frühjahr erschien Nadines Debüt »Annalieder« im Czernin Verlag. 

Stimmen zum Buch »Annalieder«:

»In ihren besten, luftigsten Passagen können die Texte fliegen.« Die Presse 

»Erfrischend frech, erfrischend lakonisch, erfrischend anders. Die Autorin schreibt genau so wie sie denkt: schnell, scharf, unkonventionell und manchmal auch wunderbar poetisch! ... Ein bemerkenswertes Debüt!« ORF

»Wer kennt sie nicht: Die ungewöhnlichen Leidenslieder, die das gewöhnliche Leben spielt – Nadine Kegele verschriftlicht sie, zeigt ihre niederschmetternde Wucht und Gewalt mit großer Direktheit und Unverstelltheit.« Literaturhaus Wien 

»Von Nadine Kegele wird man noch hören.« Ö1 

»Zwölf sprachlich unkonventionelle wie sprachlich sattelfeste Erzählungen ... Ein beachtliches Erstlingswerk.« APA 

»Hervorragende Kurzgeschichten.« FAQ 

Leseprobe

Zum Buch

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Im März 2013 hat Nadine Kegele bereits den Publikumspreis der WORTSPIELE gewonnen, sie konnte die Hörer mit einer Lesung aus »Annalieder« für sich gewinnen und sich damit gegen prominente Konkurrent wie Clemens Setz und Anna Weidenholzer durchsetzen. Als Preis erhielt Kegele eine kostenlose Lesung auf dem Literaturportal zehnseiten.de.

Christian Steinbacher erhält Heimrad-Bäcker-Preis 2013

Christian Steinbacher erhält Heimrad-Bäcker-Preis 2013

Der Czernin Verlag freut sich mit seinem Autor Christian Steinbacher, der mit dem Heimrad-Bäcker-Preis 2013 ausgezeichnet wird. Die Verleihung des mit 8000 Euro dotierten Preises erfolgte am 3. Juni 2013 im StifterHaus Linz.

Heimrad Bäcker leistete in seiner „nachschrift“ literarische Erkenntnisarbeit zu Genese und Struktur der Shoah. Die von ihm gestifteten Preise sind die einzigen, die in Österreich ausschließlich dem Bereich der experimentelle Dichtung gewidmet sind.

Christian Steinbacher ist für die Jury »ein Meister der Stimmen und Gespräche, der Rhythmen, Metren und der Prosodie, ein Dialogbegründer in der Literatur. In seiner Prosa und Dichtung werden präsentative Redeformen in repräsentative Schriftformen übergeführt. [...] Steinbachers Texte geben Auskunft von der Möglichkeit der umfassenden poetischen Existenz auch neben einer inner-sprachlichen, die von der Überhöhung des Dichterischen bis hin zum Patzen und Klecksen reicht, zwischen poèsie pure und den alltäglichsten In-die-Schrift-Rettungen eines poète maudit vermittelt.«

Im Czernin Verlag erschienen:

Untersteh dich (2012)
Winkschaden, abgesetzt (2011)

Vietnam, mon amour

Ein Wiener Jude im Dienst von Hô Chi Minh

Vietnam, mon amour

„Diese außergewöhnliche Geschichte eines Mannes, der für seine politischen Ziele kämpft, liest sich spannender als so mancher Krimi.“ Die Presse

Die durchgesehene und verbesserte Neuausgabe der Biographie von Ernst Frey - ab sofort lieferbar! 

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Termine

Samstag,

Lesung

Manfred Rebhandl 
In der Hölle ist für alle Platz

Schauspielhaus, 1090 Wien
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Montag,

Buchpräsentation und Podiumsdiskussion

Petra Stuiber 
Kopftuchfrauen

Presseclub Concordia, 1010 Wien
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Montag,

Buchpräsentation

Margaretha Kopeinig 
Der dreizehnte Stern

Bruno Kreisky Forum, 1190 Wien
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Dienstag,

Buchpräsentation

Christian Futscher 
Der Mann, der den Anblick essender Frauen nicht ertragen konnte

Badeschiff, 1010 Wien
mehr

Mittwoch,

Buchpräsentation

Petra Stuiber 
Kopftuchfrauen

Thalia W6, 1060 Wien
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Mittwoch,

Lesung

Manfred Rebhandl 
In der Hölle ist für alle Platz

"Rund um die Burg", 1010 Wien
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