Czernin

Monique Wittig

Opoponax

Mit subversivem Witz und großer Sprachlust erzählt Monique Wittig in ihrem 1964 erschienenen Debütroman Opoponax vom Aufwachsen eines Mädchens.

Themen wie Kindheit, Freundschaft, Identität und Sexualität verbindet die Autorin mit der Überwindung tradierter Geschlechterrollen und begeisterte damit prominente Kolleginnen wie Nathalie Sarraute und später Judith Butler, die Wittig in »Das Unbehagen der Geschlechter« ein eigenes Kapitel widmete.

Der mit dem Prix Médicis ausgezeichnete Roman hat bis heute nichts von seiner Relevanz eingebüßt und ist nun endlich wieder auf Deutsch erhältlich. Ein Buch, das lustvoll Konventionen hinterfragt und nun in der stilprägenden Übersetzung von Elmar Tophoven neu zu entdecken ist.

Die Erstauflage des Titels mit Farbschnitt ist auf 2.000 Stück limitiert.

 

Leseprobe:

Sie versucht, das Opoponax darzustellen, aber es führt zu nichts, darum fasst Catherine Legrand den Entschluss, die Striche durch Wörter zu ersetzen. Sie schreibt also in großen Buchstaben oben in die Mitte der zweiten Seite OPOPONAX, und sie macht einen Doppelpunkt und schreibt dahinter, kann sich ausdehnen. Man kann es nicht beschreiben, weil es ständig seine Form verändert. Es gehört weder zum Tierreich noch zum Pflanzenreich, noch zum Mineralreich, ist also nicht einzuordnen. Naturell launisch, es ist ratsam, das Opoponax zu meiden …

Stimmen:

Endloshauptsätze greifen in Endlosabsätzen die Endlosschleife des kindlichen Denkens auf. Dabei ist das kindliche Denken in Wittigs Buch noch gar kein Denken, es ist ein Vagabundieren in all jenen Möglichkeiten, die gedacht werden können.
(Waltraud Schwab, taz)

Die beste Schriftstellerin ihrer Generation
(Mary McCarthy, über Monique Wittig)

Ein Werk, das uns die Kindheit zurückgibt
(Claude Simon, Nobelpreisträger für Literatur 1985)

Ein Meisterwerk
(Marguerite Duras, über Opoponax)