Verlags-
Programm
Herbst 2009
Eine Botschaft der Verführung und ihr Nachlass
Christa Zöchling
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Eva Moos
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Rainer Nikowitz
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Thomas Edlinger & Fritz Ostermayer
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Deutsche in Österreich
Eva Steffen
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Wie Politikerinnen in der Öffentlichkeit bestehen
Barbara Blaha Sylvia Kuba
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Thomas Trenkler
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Hansjörg Zauner
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47 Begegnungen und Überlegungen
Reinhard Urbach
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Adolf Lorenz
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Benedikt O. Föger
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Iemanja
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Preis: EUR 16.90
ISBN: 978-3-7076-0300-2
Seiten: 120
Ausstattung: Hardcover SU
Format: 12,5 x 19 cm |
Eine junge Frau tritt statt ihrer Mutter eine Reise zum Meer an, um die Asche
ihrer dort aufgefundenen Großeltern von einer Insel aus im Meer zu verstreuen.
Von einem Sturm überrascht, kentert das Boot, und sie wird von einer anderen
Frau gerettet. Die Schicksale der beiden scheinen auf wundersame Weise
miteinander verwoben. Sie lernen sich kennen und lieben. Eine Zukunft hat ihre
Liebe nicht.
Eva Moos erzählt in ihrem Debüt vom Erwachsenwerden zweier junger Frauen.
Die eine sucht die Veränderung, die andere wird von der Veränderung
mitgerissen. Die eine sucht die Freiheit, die andere die Ferne. Ohne an Raum
oder Zeit gebunden zu sein, erscheinen Leben und Liebe der beiden wie ein
Märchen. Moos Sprache ist dabei wie das Meer, über das sie schreibt:
rhythmisch, gewaltig und von einer natürlichen Leichtigkeit getragen.
Geboren 1989 in Gmunden, OÖ, arbeitet, lebt und schreibt auf dem Bergbauernhof der Familie im Salzkammergut. "Iemanja" ist ihr literarisches Debüt.
Textauszug
Sie ging auf mich zu, so langsam, als würde sie nie ankommen, und plötzlich
war sie ganz nahe, so nahe, dass ich ihre nassen Haare riechen konnte. Sie
nahm meine Hände, sanft, wie etwas sehr Zerbrechliches oder Neugeborenes, so
vorsichtig und ängstlich, ihnen zu schaden, sie nahm sie in ihre eigenen und zog
sie hoch, als würde sie mich zum Tanz auffordern oder zum Aufbruch in ein
neues Leben. Ich fühlte den schwachen, fast nicht realen Druck der schmalen
Finger und den meinen, sie zog sie hoch, so nahe zu ihrem Gesicht, dass ich
ihren Atem zwischen meinen Fingerspitzen spüren konnte. Sie berührte sie mit
ihren Lippen, meine schmalen Fingerkuppen, die Nägel, die darauf gebettet
waren, ohne jegliches Geräusch, sie blickte mir dabei nicht in die Augen,
sondern nur auf die Hände, als wären sie das Schönste auf der Welt. Ein Impuls
wanderte von meinen Fingerspitzen über meine Handflächen, die Arme, die
Schultern, in meinen Kopf und über meinen ganzen Körper, ich fühlte, wie all
meine Nerven zu leben begannen, und diese Berührung war wie die Linderung
eines Leidens, an dem ich schon lange litt, die Heilung, nach der ich schon
immer gesucht hatte.