Jörg Haider ist tot. Die Reaktionen auf sein Ableben waren symptomatisch; die
Wirkungsmacht dieses Mannes erstreckt sich weit über dessen Leben hinaus. Mit
seinen wechselnden Masken und seinem Charisma hat Haider die
verschiedensten Sehnsüchte angesprochen. So wenig man ihm einen politischen
Instinkt dabei nicht absprechen kann, so oft schoss er mit seinen Ideen über das
Ziel hinaus.
Nicht zum ersten Mal recherchiert Christa Zöchling die Lebensgeschichte von
und die Ereignisse um Jörg Haider. Aufbauend auf ihre 1999 erschienene
Biografie über den meistumstrittenen Politiker Nachkriegsösterreichs bringt sie
neue Fakten zu Haiders Leben und vor allem dessen Wirkung. Die Haider-
Kennerin analysiert den Menschen ebenso wie sein Spiel der Verführung. Vieles,
was Haider meinte und womit er auf einen fruchtbaren Resonanzboden stieß,
wurde nie offen diskutiert. Christa Zöchling zeichnet das Porträt eines Mannes
und seiner geistigen Erben, die rund um dieses Schweigen ein falsches Lärmen
auslösten und bis heute auslösen.
Geboren 1959in Graz, Geschichte- und Germanistikstudium
in Graz und Wien, Mitarbeit an Projekten zur Zeitgeschichte. Der journalistische Lebensweg begann 1989 bei der "AZ", nachdem diese von der SPÖ verkauft worden war. Zwischenspiel beim "Kurier", seit ...