Imaginäre Reisen im 19. Jahrhundert
Die große, weite Welt hat die Menschen seit jeher fasziniert. Doch in der Zeit vor
Pauschalreisen und Wellnesswochenenden gab es für einen Großteil der
Menschen nur eine Möglichkeit, sich auf den Weg zu machen: die Reiseillusion.
Das Interesse für ferne Länder erlebte im 19. Jahrhundert einen ersten
Höhepunkt. Beginnender Tourismus, Kolonialismus und Reiseliteratur auf der
einen Seite, schwere Bedingungen und finanzieller Aufwand auf der anderen
Seite. Für die Daheimgebliebenen entstanden schnell Alternativen, die ihnen ein
Stück der Ferne ins eigene Land brachten neben Panoramen, Guckkästen,
Bühnentricks und Wachsfiguren waren das vor allem die Berichte derer, die die
weite Welt mit eigenen Augen gesehen hatten. Der im Zusammenhang mit der
Ausstellung des Wien Museums Zauber der Ferne Imaginäre Reisen im 19.
Jahrhundert konzipierte Leseband versammelt Originaltexte aus eben dieser
Zeit, die die Sehnsucht nach der Ferne und die Passion für das Reisen im
vorletzten Jahrhundert wach werden lassen.
Mit Texten von u. a.: Joris-Karl Huysmans, Peter Altenberg, Felix Salten,
Gottfried Keller, Walter Benjamin, Arthur Schnitzler.
Ausstellung im Wien Museum, Karlsplatz bis zum 29. März 2009:
Zauber der Ferne. Imaginäre Reisen im 19. Jahrhundert
Ursula Storch, Dr., 1961 in Wien geboren, Studium der Germanistik und Kunstgeschichte, seit 1992 Kuratorin im Wien Museum. Zahlreiche Ausstellungen und Publikationen zu kunst- und kulturhistorischen Themen aus der österreichischen Geschichte des 19. und ...